FYRST: Deutsche Bank steigt diskret in das Direktbankgeschäft mit Businesskonto ein

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Freiberufler und Gründer waren bislang nicht im Visier der Deutschen Bank. Das ändert sich jetzt. Im Juli ist die Digitalbank FYRST an den Start gegangen. Untergebracht ist FYRST bei der Deutsche Bank-Tochter Postbank.

Fintechs verzeichnen bei Geschäftskonten Wachstum

Deutschlands 2,3 Millionen Selbständige und 3,1 Millionen Unternehmen mit maximal neun Mitarbeitern hatten es in der Vergangenheit nicht leicht, von den Banken wahrgenommen zu werden. Als zu wenig lukrativ wurden die Geschäfte mit ihnen empfunden. Diese Lücken schlossen in den vergangenen Jahren Start-ups und Onlinebanken wie Holvi, Penta, N26 oder Fidor Bank. Die meisten dieser Anbieter locken ihre Zielgruppe mit Software, die effektiv bei der Buchhaltung unterstützt und wenig bis keinen Kontoführungsgebühren. Sie alle werkeln kräftig daran, ihren Kundenstamm zu erhöhen. Penta will dieses Jahr von 6.000 auf 20.000 Kunden kommen.

FYRST will Freelancern und Selbstständigen das Leben leichter machen

Vor allem N26 hat FYRST im Visier. Das Berliner Unternehmen hat in Europa aktuell 3,5 Millionen Kunden, Tendenz auch hier steigend. Wobei die größte Anzahl Privatgirokonten ausmachen dürften, die N26 auch im Programm hat.

FYRST setzt darauf, Selbstständigen, Freelancern und kleineren Firmen ebenfalls mit Extras die Buchhaltung zu erleichtern.

Wie bei vielen Mitbewerbern, ist das Basiskonto gratis, für etwas umfangreichere Serviceleistungen werden 10 Euro Kontoführungsgebühren monatlich in Rechnung gestellt.

Gratis ist jedoch nicht gleichbedeutend mit umsonst: Überweisungen sind kostenpflichtig in der Basisvariante, ansonsten sind 50 Buchungsposten in den Kontoführungsgebühren pro Monat inbegriffen.

Neustart mit einer bisher vernachlässigten Zielgruppe?

Interessant ist, dass FYRST auf einen Paukenschlag beim Marktstart verzichtet hat. Eher erfährt die Zielgruppe nebenbei, dass es nun eine weitere Onlinebank gibt. Wer die Webseite anklickt, kommt im Traum nicht auf die Idee, dass Deutsche Bank und Postbank hinter diesem Projekt stecken.

Warum so tief gestapelt wird? Vielleicht wünschen sich die Macher von FYRST, dass die bislang wenig umgarnte Gruppe der Selbständigen und Freelancer völlig unvoreingenommen die Angebote unter die Lupe nimmt. Die Hausaufgaben hat man in der Chefetage gut gemacht. Denn Auftritt und Leistungen von FYRST scheinen den Nerv der internetaffinen Zielgruppe zu treffen. Alles läuft digital, wodurch der Gang zur Filiale entfällt, die Buchhaltung ist cloudbasiert.

Ab September ist Instant Payment im Programm und in Zukunft will FYRST eine Gewerbeversicherungspaket in Kooperation mit der HDI anbieten.

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