Hufsy gibt auf

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Viele FinTechs haben es geschafft, den deutschen Finanzmarkt mit cleveren Kontomodellen zu erobern. Das ist dem dänischen Start-up Hufsy nicht gelungen. Das Geschäftsmodell hat es noch nicht einmal zwei Jahre gepackt – Anfang September 2019 ist Schluss.

Hufsy war ambitioniert gestartet

Das 2015 in Dänemark gegründete Start-up Hufsy war im Oktober 2017 mit einem Online-Geschäftskonto in Deutschland angetreten. Im Fokus standen dabei die Interessen von internetaffinen Freiberuflern, Gründern und Unternehmern bis maximal 100 Mitarbeiter. Für die Banklizenz sorgte die Solaris Bank aus Berlin, die bereits erfolgreich mit dem Businesskonto-Anbieter Penta zusammenarbeitet.

Hufsy war mit dem Ziel angetreten, Finanzmanagement für Gründer und Freelancer zeit- und kostensparend zu gestalten, damit die sich auf das Wesentliche konzentrieren können. Das sollte vor allem durch die Allianz von deutschem Technik-Know how und skandinavischem Design bewerkstelligt werden.

Als besonders glücklich war der Start von Hufsy indes nicht zu bezeichnen. Angeboten wurde ein kostenloses Geschäftskonto, das nach einer gewissen Zeit kostenpflichtig werden sollte. Im Chat von Hufsy landeten daher unzählige Anfragen von an dem Produkt durchaus interessierten Geschäftskunden, die wissen wollten, mit welchen Gebühren sie in Zukunft zu rechnen hätten.

Das Unternehmen kam über die Testversion nicht heraus

Darauf blieb Hufsy relativ lange die Antwort schuldig und verspielte sich vermutlich so schon in der immens wichtigen Startphase einige Kunden. Immerhin konnte das Unternehmen mit neun Beschäftigten 1.000 Kunden gewinnen, die entweder eine kostenlose Basisversion oder die Premium-Variante für 15 Euro im Monat nutzten. Berauschende Zahlen sind das nicht, auch wenn Hufsy-Geschäftsführer Kristoffer Borg Petersen sich Anfang 2018 zuversichtlich zeigte, dass Hufsy die Betaphase in den nächsten Monaten beenden könne. Genau aus der kam das Unternehmen nicht heraus, Hufsy blieb eine Testversion.

Heute räumt Hufsy ein, dass der Aufwand, das Unternehmen vorwärtszubringen in keiner Relation zu den zu erwartenden Ergebnissen stehe. Daher ist am 11. September endgültig Schluss.

Konten nur noch bis zum 11. September 2019 nutzbar

Doch was passiert nun mit den Hufsy-Kunden? Kunden können auf Ihre Bankkonten bis zum 11. September noch zugreifen. Zum Beispiel, um Guthaben zu transferieren oder letzte Zahlungen zu tätigen. Die Abwicklung der Konten selbst erfolgt durch die Solaris Bank. Das bedeutet, es ist höchste Zeit, sich nach einem neuen Geschäftskonto umzusehen.

Wer weiter schlanke Strukturen von Onlinebanken mit wenig oder keinen Kontoführungsgebühren nutzen möchte, wird bei den schon länger auf dem Markt etablierten Anbietern Holvi (jetzt mit deutscher IBAN), Penta, N26 oder der Fidor Bank fündig.

Daneben gibt es noch viele weitere Anbieter von Businesskonten mit interessanten Konditionen, die wir alle in unserem Geschäftskonto Vergleich auf Herz und Nieren geprüft haben.

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