Vereinskonto eröffnen: Welches Konto für Vereine ist das Beste?

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Ein Vereinskonto eröffnen erspart bei der Finanzverwaltung nicht nur jede Menge Zeit, sondern sorgt auch für ein transparentes Wirtschaften und Rechtssicherheit. Ein spezielles Konto für Vereine wird – kaum zu glauben bei der Vereinsdichte in Deutschland – nur von sehr wenigen Banken angeboten.

Bei welcher Bank sollte ein Verein sein Konto führen? Wo gibt es das beste Girokonto für Vereine? Dieser Beitrag liefert die Antworten.

Vereinskonto Vergleich: x Konten für Vereine im Überblick

Wenn eine Bank für Vereine gesucht wird, ist das gleichzeitig einfach und kompliziert. Nicht jede Bank bietet ein spezielles Vereinskonto an, sodass alternativ ein Geschäftskonto oder ein Gemeinschaftskonto genutzt werden muss. In unserer Vergleichstabelle haben wir gelistet, wo ein Girokonto für Vereine eröffnet werden kann und mit welchen Konditionen zu rechnen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Vereinskonto?

Wenn Menschen zusammenkommen und einen Verein gründen, geht es um Gemeinschaft, Solidarität und früher oder später auch um finanzielle Angelegenheiten. Das Vereinskonto als Sonderform des Gemeinschaftskontos erlaubt es dem Vorstand transparent und effizient den Zahlungsverkehr abzuwickeln und Gelder zu verwalten. Dafür wird ein Vereinskonto benötigt:

  • Kontrolle von Einnahmen und Ausgaben des Vereins
  • Verwaltung der Mitgliedsbeiträge
  • Verwaltung von Sponsoren– und Fördergeldern
  • Eingang von Spendengeldern
  • Ausstellen von Spendenquittungen

Ein Vereinskonto ermöglicht es, alle finanziellen Angelegenheiten rund um den Verein zu organisieren. Ein privates Konto eines Mitgliedes empfiehlt sich nicht. Zum einen führt das zu einer unübersichtlichen Buchhaltung und der Vermischung privater Ausgaben mit denen des Vereins.

Auf der anderen Seite haben manche Vereine relativ hohe Einnahmen- werden die über ein privates Girokonto abgewickelt, müsste der Inhaber am Ende noch Steuern entrichten. Ein Girokonto für einen Verein ist daher immer sinnvoll – und im Prinzip identisch mit einem Geschäftskonto.

Muss ein Verein ein Konto haben?

Einen Verein gründen ist relativ leicht. Doch bei allem Enthusiasmus sollte eine gute Organisation nicht vergessen werden. Jeder Verein ist verpflichtet, den Mitgliedern Informationen zu den Einnahmen und Ausgaben des Vereines zu geben. Diese Aufgabe obliegt dem Vorstand, der damit seiner Rechenschaftspflicht gemäß Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nachkommt. Damit ein Bild über die finanzielle Lage abgegeben werden kann, muss der Vorstand zuverlässig auf alle Vorgänge zurückgreifen können – genau diese Möglichkeit hat er mit einem Bankkonto für Vereine.

Konto für eingetragene Vereine (e. V.)

Ein eingetragener Verein ist durch den Eintrag in das Vereinsregister eine juristische Person und damit voll rechtsfähig. Wie das Vereinsvermögen verwendet wird, ist eine gemeinschaftliche Entscheidung. Die Mitglieder und der Vorstand haften nicht mit dem Privatvermögen, sondern nur mit dem Vereinsvermögen. Ein e. V. kann Miet- und Pachtverträge abschließen. Das ist durchaus mit den Aktivitäten eines Unternehmens zu vergleichen- daher geht es ohne Vereinskonto nicht.

Konto für nicht eingetragene Vereine

Während ein eingetragener Verein mindestens sieben Gründungsmitglieder braucht, reichen hier auch zwei. Grundsätzlich wird mit dem Vereinsvermögen gehaftet, doch handelt ein Mitglied unrechtmäßig, kann es auch mit dem Privatvermögen zur Rechenschaft gezogen werden. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch hier Klarheit mit einem Bankkonto für den Verein zu schaffen.

Konto für gemeinnützige Vereine

Ein Verein wird vom Finanzamt dann als gemeinnützig anerkannt, wenn er selbstlos, materiell, geistig oder auch sittlich die Allgemeinheit fördert. Das sind meist Vereine, die im Sport, in der Bildung, in der Kunst oder in der Kultur engagiert sind. Ist die Gemeinnützigkeit anerkannt, sollte spätestens dann der Gang zur Bank erfolgen, um das Vereinskonto zu eröffnen. Denn gemeinnützige Vereine sind von der Ertrags,- Körperschafts-, Vermögens- und Umsatzsteuer befreit. Als juristische Person kann der gemeinnützige Verein auch Spendenquittungen ausstellen. Da versteht sich von selbst, dass diese ganzen Dinge transparent über ein Girokonto für Vereine laufen müssen.

Konto für nicht gemeinnützige Vereine

Vereine, die gewinnorientierte Zwecke verfolgen und somit nicht gemeinnützig sind, zählen in Deutschland zu den Ausnahmeerscheinungen. Als Alternative haben sich gemeinnützige GmbH (gGmbH) und gemeinnützige UG (gUG) bewährt. Viele Social Entrepreneurs machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Als juristische Personen und Kapitalgesellschaften besteht hier sogar eine gesetzliche Pflicht zum Geschäftskonto, beziehungsweise Vereinskonto.

Welche Kosten können bei einem Vereinskonto entstehen?

Gerade Vereine müssen darauf achten, die Kosten gering zu halten, um mehr Geld für den eigentlichen Vereinszweck zur Verfügung zu haben. Daher sollten Vereine immer einen Vereinskonto Vergleich nutzen, um Einsparpotenziale aufzudecken. Diese Kosten können entstehen:

  • Kontoführungsgebühren
  • Kosten für beleghafte und beleglose Buchungen
  • Kosten für Giro– und Kreditkarten
  • Kosten für die Auszahlung von Bargeld
  • Kosten für Bareinzahlungen
  • Möglichkeit und Kosten von Daueraufträgen und Lastschriften
  • Weitere Konto-Nebenkosten wie Rücklastschriften, Übersendung der Kontoauszüge per Post oder Einreichen von Schecks
Gut zu wissen: Ein Vereinskonto kann recht günstig zu haben sein, aber auch weit über 20 Euro Kosten im Monat verursachen. Gerade Vereine, die häufig Bareinnahmen zur Bank bringen müssen, sollten darauf achten, dass Bareinzahlungen günstig oder kostenlos sind.

Kostenloses Vereinskonto: Ist das möglich?

Obwohl Deutschland das Land der Vereine ist, gehört das kostenfreie Girokonto für Vereine nicht unbedingt zum Produktportfolio der etablierten Filialbanken. Häufig erhält ein Verein die Möglichkeit, ein Geschäftskonto für seine Zwecke zu nutzen. Ein Business Konto ist in der Regel mit Kontoführungsgebühren verbunden. Noch dünner ist das Angebot bei den Direktbanken, allerdings gibt es hier mit der Fidor Bank eine rühmliche Ausnahme, die ein gratis Vereinskonto anbietet. Die regional aktiven Sparkassen und Volksbanken machen sich traditionell stark für die Unterstützung von Vereinen. Nicht nur mit Fördergeldern und Sponsoring, sondern auch in Sachen Kontoführung. Aufgrund der regionalen Struktur muss jeder Verein selbst bei sich vor Ort nachfragen. Besonders gute Chancen auf eine kostenlose Kontoführung bei Sparkassen und Volksbanken haben der Erfahrung nach gemeinnützige Vereine.

Gut zu wissen: Der Wegfall der Kontoführungsgebühren bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein kostenloses Konto für Vereine komplett umsonst ist. Buchungsposten können ebenso Kosten verursachen wie Bargeldabhebungen, Einzahlungen, Karten und der Ausdruck von Kontoauszügen. Um hier eine lukrative Lösung zu finden, muss unbedingt ein Vergleich vorgenommen werden.

Kostenloses Konto für einen nicht eingetragenen Verein

Nicht eingetragene Vereine haben bei der kostenlosen Kontoführung schlechte Karten. Ihnen bleibt nur die Option, ein reguläres Geschäftskonto zu eröffnen oder bei einer Bank, die ein Vereinskonto im Programm hat, in den sauren Apfel zu beißen und Kontoführungsgebühren zu zahlen.

Kostenloses Konto für gemeinnütziger Verein

Sofern der Nachweis der Gemeinnützigkeit erbracht wird, haben eingetragene Vereine eine gute Chance auf den Erlass der Kontoführungsgebühren. Sollte das Konto nicht bei einer Sparkasse oder einer Volksbank geführt werden, die diese Gebühren erlässt, handelt es sich um ein Onlinegirokonto für Vereine.

Eröffnung eines Vereinskontos: Das ist der Ablauf!

Ein eingetragener Verein ist eine juristische Person. Das Konto kann daher auf den Namen des Vereins geführt werden. Die Kontoeröffnung erfolgt durch alle Vorstandsmitglieder zusammen. Ist in der Satzung eine abweichende Regelung getroffen, kann beispielsweise der erste Vorsitzende das Konto auch alleine online eröffnen.

  1. Vereinskonto aus dem Vereinskonto Vergleich auswählen.
  2. Daten in das Formular eingeben.
  3. Angefragte Dokumente hochladen.
  4. Videoidentifikation starten zwecks Legitimation bzw. Postidentifikation durchführen.
  5. Zugangsdaten für das Konto kommen direkt per Mail.
  6. Nach einigen Tagen gehen die Karten für das Konto per Post zu.

Welche Unterlagen werden für die Kontoeröffnung eines Vereinskontos benötigt?

Die Banken übersenden für gewöhnlich eine Liste der benötigten Unterlagen. In der Regel sind das:

  • Auszug aus dem Vereinsregister, beglaubigt
  • oder: Protokoll der letzten Hauptversammlung
  • Legitimation der Verfügungsberechtigten durch Personalausweis oder Postident-Verfahren

Gibt es ein Konto für die Mannschaftskasse?

In vielen Vereinen ist die Mannschaftskasse nach wie vor eine Blechdose, in die jeder einzahlt. Kein Wunder, dass sich Trainer und Teammitglieder fragen, ob es nicht auch hier die Möglichkeit eines Kontos gibt. Läuft diese Mannschaftskasse über das allgemeine Vereinskonto, handelt es sich streng genommen um Einnahmen, die laut Satzung entsprechend ausgegeben und eventuell auch versteuert werden müssen. Eröffnet der Trainer ein privates Girokonto, ist das rechtlich nicht ganz einwandfrei. Andererseits ist eine Mannschaft auch kein Verein, der ein eigenes Vereinskonto eröffnen kann. Wir würden daher vorschlagen, ein kostenfreies Gemeinschaftskonto für die Mannschaftskasse zu eröffnen und Trainer sowie ein Teammitglied als Verfügungsberechtigte einzutragen.

Ein Konto für eine (Selbsthilfe-) Gruppe eröffnen

Viele Menschen schließen sich zu Selbsthilfegruppen zusammen. Oft, aber nicht immer, entsteht aus dieser Initiative später ein Verein. Eine Selbsthilfegruppe mit mindestens zwei Personen ist rechtlich betrachtet eine Personengesellschaft und somit eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), eine sogenannte BGB-Gesellschaft. Gibt es keine weitere vertragliche Vereinbarung, kann diese Gruppe ein privates Girokonto oder Gemeinschaftskonto eröffnen. Das ist zwar schnell und pragmatisch, doch das Geld geht de facto in den „Besitz“ des oder der Kontoinhaber über. Dieses System eignet sich allerdings nur in Ausnahmefällen oder bei sehr geringen Zuwendungen.

Besteht ein Gesellschaftsvertrag, kann ein Geschäftskonto auf den Gruppennamen eröffnet werden. Sämtliche Bankgeschäfte laufen dann über die Selbsthilfegruppe als juristische Person. Dieses System empfiehlt sich, wenn es bei den Gesellschaftern keine hohe Fluktuation gibt. Hat sich die Gruppe als nicht eingetragener Verein organisiert, was meistens ab sieben Mitgliedern geschieht, kann ein Vereinskonto bei einer Bank eröffnet werden, die diese Option auch für Vereine ohne Eintrag oder Gemeinnützigkeit anbietet. Kontoinhaber ist dann der Verein. Alternativ zum Vereinskonto kann auch ein geschäftliches Girokonto eröffnet werden.

Girokonten für Vereine im Überblick

Wie wir bereits festgestellt haben: Viele Vereinskonten gibt es nicht auf dem Finanzmarkt. Wir haben daher die Angebote zusammengetragen, damit ein Vereinsgirokonto ausgewählt werden kann, mit dem das Budget nicht über Gebühr belastet wird.

Postbank Vereinskonto

Die Postbank bietet kein spezielles Vereinskonto an, allerdings können Vereine ein Geschäftskonto eröffnen.

  • Kontoführung: je nach Kontomodell ab 5,90 Euro monatlich
  • Karten: Girocard kostenlos, Kreditkarte ab 30 Euro im Jahr
  • Überweisungen: beleglos ab 0,10 Euro, beleghaft ab 1,50 Euro
  • Sonstiges: Bargeldauszahlung an allen Automaten der Cash Group gratis, Einzahlungen am Schalter 3,00 Euro

Fidor Vereinskonto

Als eine der wenigen Direktbanken bietet die Fidor Bank ein Vereinskonto an. Das sind die Konditionen:

  • Kontoführung: für eingetragene Vereine kostenlos möglich
  • Karten: keine Girocard kostenlos, Kreditkarte 8,95 Euro jährlich inklusive eine Bargeldabhebung im Monat
  • Überweisungen: beleglos gratis

Skatbank Vereinskonto

Die Direktbank Deutsche Skatbank hat sich auf Vereinskonten sozusagen spezialisiert. Hier gibt es ein leistungsstarkes Angebot, das exakt auf die Bedürfnisse von Vereinen zurechtgeschnitten ist.

  • Kontoführung: für eingetragene Vereine kostenlos, andere Vereine 7,50 Euro im Monat
  • Karten: Girocard kostenlos, keine Kreditkarte
  • Überweisungen: beleglos gratis, beleghaft 2 Euro
  • Lastschriften: einmalige Einrichtung pro Auftrag 5 Euro
  • Sonstiges: Gemeinschaftsvollmacht einmalig 20 Euro

GLS Vereinskonto

Die GLS Bank bietet ihr Vereinskonto ausschließlich gemeinnützigen Vereinen an.

  • Kontoführung: 3,80 Euro monatlich plus 5 Euro GLS-Beitrag
  • Karten: Girocard kostenlos, Kreditkarte 50 Euro im Jahr
  • Überweisungen: beleglos 0,10 Euro, beleghaft ab 0,50 Euro
  • Sonstiges: kostenlose Bargeldeinzahlung und Auszahlung an eigenen GLS-Automaten

Sparkasse Vereinskonto

Die regional aktiven Sparkassen bieten ein Vereinskonto an. Die Konditionen müssen vor Ort in den Filialen erfragt werden.

ING (DiBa) Vereinskonto

Bei der ING gibt es kein Konto, das von Vereinen geführt werden kann.

DKB Vereinskonto

Hier wurden die Erfahrungen gemacht, dass Vereine, die ein Gemeinschaftskonto bei der DKB führen möchten, als Kunden abgelehnt werden.

Commerzbank Vereinskonto

Zu den Angeboten der Commerzbank zählt kein Vereinskonto.

Volksbank / VR Vereinskonto

Als die regionalen Partner vor Ort stehen die Volksbanken auch Vereinen zur Seite. Die Konditionen unterscheiden sich lokal, daher sollte jeweils in der nächsten Filiale nachgefragt werden.

norisbank Vereinskonto

Das Top-Girokonto der norisbank eignet sich in der Variante Gemeinschaftskonto auch als Vereinskonto – vor allem für nicht eingetragene Vereine und Gruppen, die eine unkomplizierte Lösung suchen. Dieses Konto ist bedingungslos kostenlos.

Haspa Vereinskonto

In der Vergangenheit beliebt war das Vereinskonto der Hamburger Sparkasse. Offensichtlich gibt es diese Leistung nicht mehr im gewohnten Umfang. Eventuell haben Hamburger Vereine eine Option auf ein Girokonto, wenn sie vor Ort in der Filiale nachfragen.

Wichtiges zum Vereinskonto

Wenn das Vereinskonto eröffnet wird, gibt es auch einige juristische Dinge zu beachten, damit zukünftige Probleme vermieden werden.

Bankvollmacht für den Vereinsvorstand

Bei der Kontoeröffnung wird festgelegt, ob alle Vorstandsmitglieder des Vereins gleichberechtigt Zugriff auf das Konto haben. In diesem Fall müsste der ganze Vorstand für eine Transaktion unterschreiben. Manchmal legt die Vereinssatzung auch andere Regeln fest. Zum Beispiel kann dann nur der erste Vorsitzende Transaktionen durchführen. Vereine sollten sich daher schon bei der Gründung genau überlegen, wie sie diese Formalien am besten regeln.

Veruntreuung von Vereinsgeldern – das ist wichtig!

Immer wieder kommt es vor, dass bei nicht eingetragenen Vereinen ein Vorstandsmitglied die Vereinsgelder auf einem privaten Konto einzahlt, das auf seinem Namen läuft. Das erfüllt nach § 266 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) bereits den Straftatbestand der Veruntreuung. Ein Vereinsvorstand ist gesetzlich verpflichtet, das Vermögen des Vereins im Sinne dessen Satzung zu verwalten. Auch wenn sich bei einem offiziellen Vereinskonto der Vorstand Geld in die eigene Tasche wirtschaftet, kann das Konsequenzen haben. Relevant sind dann die Straftatbestände Betrug § 263 StGB, Untreue § 266 StGB, Urkundenfälschung § 267 StGB oder Unterschlagung § 246 StGB. Mit empfindlichen Geldstrafen oder sogar einer Freiheitsstrafe ist zu rechnen.

Tagesgeldkonto für Vereine

Wenn die Bank Vereinen ein Tagesgeldkonto bietet, sollte zugegriffen werden. Denn hier vermehrt sich das Vereinsvermögen von selbst, da Zinsen gewährt werden. Am besten erfolgt die Eröffnung des Tagesgeldkontos für Vereine direkt mit der Kontoeröffnung – denn die Unterlagen sind identisch und müssen daher nur einmal eingereicht werden. Vereine können bei einem Tagesgeldkonto außerdem vom Zinseszins profitieren. Wann die Zinsen ausgeschüttet werden, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Bei einigen kommen die Zinsen monatlich, bei anderem im Quartal, alle halbe Jahr oder einmal im Jahr. Auf jeden Fall lohnt sich diese kleine Finanzspritze für die Vereinskasse.

Gut zu wissen: Das Tagesgeldkonto für Vereine entspricht einem Firmen-Tagesgeldkonto. Sofern der Verein eingetragen und somit eine juristische Person darstellt, sollte die Eröffnung keine Probleme bereiten. Bei nicht eingetragenen Vereinen stellen sich manche Banken quer. Die Bank kann sich immer vorbehalten, ob sie das Tagesgeldkonto eröffnet oder nicht. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Kreditkarte für Vereine: lohnt sich das wirklich?

Eine Kreditkarte gibt es selten gratis zum Vereinskonto. Fragt sich nur, ob sich die Jahresgebühr rechnet. Die meisten Zahlungen können als Überweisungen vom Konto abgewickelt werden und der Rest wird mit der Girokarte oder bar bezahlt. Eine Kreditkarte lohnt sich nur, wenn ein Verein regelmäßig ins Ausland reist oder häufig Materialien und Ausrüstung im Netz einkauft und die Bezahlung nicht per Überweisung abwickeln möchte.

Ein Konto für Vereine in Österreich und Schweiz eröffnen

Vereine sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Nachbarländern Österreich und Schweiz beliebt. Doch wie sieht die Situation für ein Vereinsgirokonto dort aus?

Vereinskonto in Österreich

Vereine in Österreich müssen eingetragen und im BMI Vereinsregister gemeldet sein. Das Vereinskonto wird bei niedergelassenen Banken als Geschäftskonto geführt, was in der Regel nicht kostenlos ist und Kontoführungsgebühren bedeutet.

Vereinskonto Schweiz

Direktbanken gibt es in der Schweiz nicht. Kostenlos ist das Vereinskonto bei der Raiffeisenbank. Ansonsten handhaben die Banken das je nach Kanton ganz unterschiedlich. Schweizer Vereine sollten daher vor Ort unbedingt bei verschiedenen Banken eine Beratung machen.

6 Tipps um das Vereinskonto richtig zu führen!

Neben der Regelung von Zuständigkeiten und dem Zugriff gibt es jedoch noch weitere Dinge bei einem Vereinskonto zu beachten. Auch bei einem kostenlosen oder sehr günstigen Vereinskonto kann es zu – teuren – Überraschungen kommen. Wie Vereine dann reagieren sollten, erklären wir hier:

Tipp 1: Ungerechtfertigte Buchungskosten zurückverlangen

Am günstigsten lässt sich das Vereinskonto online führen. Fällt das System aus, müssen Vereine in den sauren Apfel beißen und beleghafte Überweisungen vornehmen. Die sind in der Regel kostenpflichtig. Liegt die Ursache bei der Bank, dürfen Vereine verlangen, dass die Gebühren erstattet werden.

Tipp 2: Zinsschaden bei verspäteten Gutschriften geltend machen

Jede Barzahlung und Gutschrift muss sofort verbucht werden. Ist die Bank später dran, kann ein Ausgleich für den entstandenen Zinsschaden geltend gemacht werden.

Tipp 3: Gebühren für Freistellungsauftrag nicht hinnehmen

Einige Banken verlangen Gebühren für die Bearbeitung eines Freistellungsauftrages. Passiert das trotz eines gegenteiligen Urteils des BGH, sollten sich Vereine darauf berufen. Das Aktenzeichen lautet: Az. XI ZR 269/96.

Tipp 4: Keine Einlösung von Dauerauftrag und Überweisung

Ärgerlich: Ist das Vereinskonto nicht gedeckt, werden weder Überweisungen noch Daueraufträge eingelöst. Wenn die Bank dann Bearbeitungsgebühren verlangt, ist das laut BGH rechtswidrig. Die passenden Urteile lauten: Az. XI ZR 5/97 und Az. XI ZR 296/96

Tipp 5: Ersatz bei Fehlbuchungen

Wurde einem Verein irrtümlich Geld vom Konto abgebucht, muss die Bank den Betrag ersetzen. Auch dann, wenn der Empfänger das Geld nicht zurückerstattet.

Tipp 6: Genug Bargeld vor der Auslandsreise

Nur wenige Girokonten für Vereine ermöglichen einen kostenlosen Bargeldbezug im Ausland. Wird dann am Automaten abgehoben, entstehen meist unnötige Gebühren. Der Kassenwart sollte daher vor der Reise einen angemessenen Betrag in bar abheben.

Zusammenfassung

Ein eigenes Girokonto erleichtert Vereinen das Leben enorm und vermeidet Unstimmigkeiten. Mit der Gründung, aber spätestens nach der Eintragung in das Vereinsregister, sollte die Kontoeröffnung erfolgen. Klarer Vergleichssieger ist das Vereinskonto der Skatbank, das die kostenlose Kontoführung ermöglicht. Wer zur Volksbank oder Sparkasse tendiert, kann das nur im Verbund der Region, in der sich der Vereinssitz befindet. Auch hier sind oft Extras drin und diese Banken treten zudem gerne als Sponsoren von Vereinsevents auf. Nicht eingetragene Vereine haben keine Möglichkeit, die Kontoführungsgebühren einzusparen. Wird kein spezielles Vereinskonto angeboten, haben Vereine bei einigen Banken wie der Postbank die Möglichkeit, ein Geschäftskonto zu eröffnen. Diese Option ist teurer, aber gerade für nicht eingetragene Vereine und alle, die weder Direktbanken noch Sparkassen mögen, eine gute Möglichkeit, ihre finanziellen Angelegenheiten zuverlässig zu regeln.

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