So setzt Du die Kosten für ein Geschäftskonto von der Steuer ab

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Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen

Kleinunternehmer und Freiberufler nutzen häufig ihr privates Girokonto für geschäftliche Zwecke. Das kann bei der steuerlichen Erfassung Probleme geben. Denn durch private Buchungen können die Kontoführungsgebühren steuerlich nicht voll angerechnet werden. Du musst daher einen Anteil für die berufliche und private Nutzung festlegen, der glaubwürdig ist und kannst dann anteilig die Kontoführungsgebühren von der Steuer absetzen.

Mit einem Geschäftskonto wird diese Problematik umgangen und die Kosten für das Business Konto können als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Als Unternehmer mit einer GmbH, AG oder UG ist ein separates geschäftliches Bankkonto Pflicht. Die Kontoführungsgebühren sind vollständig absetzbar, dazu gehören auch Gebühren für Überweisungen, Kreditkarten, Kontoauszüge oder Zahlungen in Fremdwährungen. Der Kostennachweis erfolgt in der Regel über die Kontoauszüge.

Dispo-Zinsen steuerlich geltend machen

Die Kosten für einen Kontokorrentkredit können von Unternehmern vollständig von der Steuer abgesetzt werden. Auch Freiberufler, Selbständige und Kleinunternehmer können die Kosten für Dispo– oder Überziehungskredite beim Finanzamt in voller Höhe absetzen.

Doch auch hier taucht häufig die Problematik der gemischten Kontoführung auf. Ohne ein eigenständiges Geschäftsgirokonto kann das Finanzamt die steuerliche Absetzbarkeit unter Umständen verweigern. Als Pauschale ist es immerhin möglich, 2.050 Euro geltend zu machen. Gehen die Kosten für Zinsen darüber hinaus, musst du entsprechende Nachweise vorlegen.

Wenn du bislang die Kosten für ein eigenständiges Businesskonto gescheut hast, solltest du dir die kostenlosen Geschäftskonten anschauen. Sonst gibt es gerade mit einem Dispokredit auf einem gemischten Konto unnötig viel Stress, da der mit den Einnahmen wieder ausgeglichen und im laufenden Geschäftsjahr wieder aufgenommen wird. Das Finanzamt nimmt dir unter Umständen den betrieblichen Zusammenhang nicht ab und kann argumentieren, dass der Dispo durch weniger private Entnahmen hätte verhindert werden können.

Zinsen für Unternehmerkredite von der Steuer absetzen

Kreditzinsen, die aufgrund von Betriebsausgaben entstanden sind, können voll steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt verlangt von Unternehmern hierfür neben den Kontoauszügen keine gesonderten Nachweise, da bei einem Konto für geschäftliche Zwecke immer davon ausgegangen wird, dass alle Ausgaben den Betrieb betreffen.

Auch Freiberufler und Selbständige können die Kreditkosten absetzen, allerdings wird hier oft der Nachweis verlangt, dass die Ausgabe auf einer betrieblichen Notwendigkeit fußt. Sicherheitshalber solltest du dich vor größeren Anschaffungen bei deinem zuständigen Finanzamt informieren.

Bei einem gemischten Konto können weitere Nachweise verlangt werden. In der Praxis kommt jedoch häufig die sogenannte Überentnahme vor. Die liegt dann vor, wenn in einem Geschäftsjahr mehr Geld vom Konto entnommen als eingenommen wird. Die Finanzämter gehen dann davon aus, dass Schuldzinsen für Darlehen abgesetzt werden sollen, die zumindest teilweise privat verwendet werden.

Mit der Überentnahme solltest du daher sehr vorsichtig sein, da sich die Folgen auch in späteren Jahren noch auf die Absetzbarkeit deiner Ausgaben auswirken können.

Zusammenfassung

Um mit Ausgaben rund um ein Business-Konto Steuern sparen zu können, musst du auf folgende Dinge achten:

  • Trenne geschäftliche und private Ausgaben durch Eröffnung eines Firmenkontos.
  • Bewahre alle Belege und Rechnungen immer sorgfältig auf.
  • Vermeide die Praxis der Überentnahme.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Welche Kosten für ein Geschäftskonto können Freiberufler und Selbständige von der Steuer absetzen?

Als Freiberufler und Solo-Selbstständiger ohne Handelsregistereintrag bist du per Gesetz nicht verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen. Allerdings machst du dir unnötigen Stress, wenn du kein Konto für gewerbliche Zwecke eröffnest. Denn steht die Steuererklärung an, musst du private und berufliche Ausgaben trennen. Du kannst die Kosten für dein Business Konto als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Die Kontoführungsgebühren listest du als monatliche Ausgaben in deiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung auf, und zwar als „übrige unbeschränkt abzugsfähige Betriebsausgaben“. Das geht sogar, wenn du das Girokonto zum Teil privat nutzt – aber eben nur anteilig. Trotzdem empfehlen wir diese Variante nicht.

Kann ich als Kleinunternehmer das Geschäftskonto steuerlich geltend machen?

Auch viele Kleinunternehmer entscheiden sich zunächst dafür, ihr privates Girokonto für geschäftliche Zwecke zu nutzen. Dagegen spricht nichts, aber auch hier gilt: Mit der Zeit wird es unübersichtlich. Nutze daher die Chance, dir aus unserem Vergleich ein passendes Angebot herauszusuchen. Die Kosten kannst du von der Steuer absetzen. Vorausgesetzt, es handelt sich nur um ein Geschäftskonto, fällt das unter deine Betriebskosten.

Kapitalgesellschaften – wie kann ich die Kontoführungsgebühren absetzen?

Bei GmbH, UG und allen anderen juristischen Personen führt kein Weg am Businesskonto vorbei. Der Gesetzgeber schreibt dir die Kontoführung verpflichtend vor. Versuche daher gar nicht erst, etwas über ein privates Konto laufen zu lassen. Sämtliche Kosten rund um dein Girokonto für geschäftliche Zwecke – nicht nur die Kontoführungsgebühren, sondern auch die Kontonebenkosten – kannst du als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.

Welche Gebühren für mein Geschäftsgirokonto kann ich von der Steuer absetzen?

Der größte Kostenpunkt, den ein Geschäftsgirokonto verursachen kann – aber nicht muss, wenn du ein kostenloses Business Konto bei einem Fintech oder einer Direktbank führst – sind die Kontoführungsgebühren. Was ebenfalls ins Geld gehen kann, sind die Kontonebenkosten für Überweisungen, Bareinzahlungen oder auch die Jahresgebühren für Karten. Steuerlich geltend machen kannst du die folgenden Posten:

  • Überweisungsgebühren beleghafte und beleglose Buchungen
  • Kosten für Zahlungen in anderen Währungen
  • Gebühren für Barabhebungen und Bareinzahlungen
  • Jahresgebühren für Kreditkarte und Girocard
  • Gebühren für Kontoauszüge

Kann ich Zinsen für den Kontokorrentkredit steuerlich geltend machen?

Du musst den Kontokorrentkredit nutzen. Jetzt fragst du dich, ob du die Zinsen von der Steuer absetzen kannst. Die gute Nachricht: Die Kosten für Zinsen kannst du vollständig von der Steuer absetzen. Hast du als Freelancer kein Geschäftskonto, kann sich das Finanzamt querstellen. Du hast jedoch die Möglichkeit, pauschal 2.050 Euro im Jahr abzusetzen. Sind deine Zinsen höher, brauchst du Belege.

Lege dir ein eigenständiges Konto für geschäftliche Zwecke zu! Übrigens gilt diese Regelung auch für Kleinunternehmer.

Mein Unternehmen nutzt den Kontokorrentkredit – kann ich die Zinsen von der Steuer absetzen?

Im Gegensatz zu Freelancern geht das Finanzamt nicht davon aus, dass der Kontokorrentkredit auch für private Zwecke genutzt werden könnte. Daher gibt es keine Grenze von 2.050 Euro. Dein Unternehmen kann daher die Zinsen für den Kontokorrentkredit problemlos steuerlich geltend machen.

Kann ich Zinsen für meinen Investitionskredit in der Steuererklärung angeben?

Kleinunternehmer und Freelancer können Zinsen für Anschaffungskredite von der Steuer absetzen. Allerdings muss nachgewiesen werden, für was die Ausgabe genau getätigt wurde. Es reicht nicht aus, wenn der Kredit einfach über dein Geschäftskonto läuft. Eine betriebliche oder berufliche Notwendigkeit muss vorliegen. Hebe daher alle Belege für deine Ausgaben gut auf.

Leichter hast du es, wenn es sich bei deinem Unternehmen um eine juristische Person handelt. Kredite und Kreditzinsen zählen dann automatisch als Betriebsschulden. Weitere Nachweise möchte der Fiskus in der Regel nicht von dir haben.

Wie spare ich Steuern mit meinem Firmenkonto?

Es kann dir passieren, vor allem als Freiberufler und als Kleinunternehmer, dass deine Kosten angezweifelt werden und daher die Absetzbarkeit verschiedener Ausgaben infrage gestellt wird. Dazu können auch Kosten rund um dein Firmenkonto zählen. Vermeide, zusätzliche Nachweise erbringen zu müssen, indem du diese beiden Punkte beachtest:

  1. Bewahre alle Rechnungen und Belege rund um dein Geschäftskonto auf
  2. Trenne immer private und geschäftliche Ausgaben
  3. Eröffne ein Business Konto, falls du noch keines hast.

Ich habe ein Businesskonto mit extra Buchhaltungsfunktionen – kann ich diese Kosten absetzen?

Gerade die Fintechs haben die Nase vorne, wenn es darum geht, smarte Tools in das Business Konto zu integrieren. Manchmal wird das Onlinekonto dadurch etwas teurer. Kannst du auch diese Kosten von der Steuer absetzen? Unbedingt. Denn solche Tools fallen unter Buchhaltungskosten und sind somit als Betriebsausgaben vollständig von der Steuer absetzbar.

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